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Cover von Kassenzettel

VEALKORN · Hip-Hop & Rap

Kassenzettel

Aufnahme: 3:21

Songtext aus dem VEALKORN-Archiv

Wort für Wort.

Der archivierte Text dieser Radioversion.

Intro Der Zettel ist dünn. Aber er wiegt mehr als mancher Mensch, den ich kenn. Ich ziehe diesen Schluss.

Strophe 1 Ich zahle zwei Euro fünfzig, für das Brot an jener Ecke, und trage neun Euro zwanzig, auf die ausgebrannte Strecke. Ein Kasten Bier kühlt ab für diese Nacht, die niemals bricht, wo kaltes Neonlicht durch dieses schmale Fenster sticht. Ich zahle mit dem Schlaf und mit jedem neuen Schritt, ein alter Händler nimmt den allerletzten Groschen mit. Ich knüll das feuchte Blatt zusammen in der kalten Hand, und drücke meine Finger fest an diese nasse Wand. Der Zettel lügt. Kein Cent genügt. Die Zeile auf Papier zerbricht das kalte Neonlicht: mein Vater kommt nicht wieder auf das kalte Stadtgericht.

Refrain Der Streifen Papier, bleibt einsam bei mir. Es steht Schwarz auf Weiß, ich zahle den Preis.

Strophe 2 Zwanzig fürs Lächeln, das ich gestern keinem schenkte, wo mein erschöpfter Blick den Wagen vorwärts lenkte. Zehn stehen für Mut und vierzig Euro für das Schweigen, wo kalte Preise auf dem Display höher steigen. Ich rechne diese Zahlen nach am Automatenband, das Leben fordert mehr als der verblasste Rand. Der Kassierer grinst und wünscht mir einen schönen Tag: Ich schau ihn an und weiß genau, was ich nicht mag. Die Summe bricht. Sie stimmt hier nicht. Das Leben fordert mehr, als mein zerknüllter Zettel weiß: die Differenz bin ich und zahle jeden neuen Preis.

Refrain 2 Der Zettel verbrennt, im kalten Moment. Aus Zahlen wird Staub, die Zeile bleibt taub.

Strophe 3 Ich steck das feuchte Blatt zurück in meine Tasche, ich streiche grauen Schmutz von meiner kalten Asche. Die Tinte ist verblasst nach all den harten Jahren, ich habe jeden Pfennig durch den Dreck gefahren. Aus Zahlen wird ein harter Schnitt, der tief im Holze sitzt, wenn dieser letzte Groschen auf dem nackten Tresen blitzt, wo kalter Schotter staubig an den nassen Scheiben ritzt, wo dieser spitze Schmerz tief in die kalten Knochen schlitzt. Das Blatt zerreißt. Die Rechnung beißt. Hier liegt der ganze Schrieb, der mich so einsam macht, und dieser weiße Streifen rettet keine Nacht.

Bridge Am Ende zähl ich nur die Zeilen, nicht Beträge. Und manche Zeilen kreuzen stumm die krummen Wege. Manche Beträge sind nur Zeilen auf Papier. Der Zettel reißt entzwei im kalten Zimmer hier. Genau an jener Stelle, wo mein Name stand, als dieser alte Tag im kalten Regen schwand.

Letzter Refrain Der weiße Streifen fällt, wo niemand mehr was zählt. Kein Cent gibt mir Halt, die Asche wird nun kalt.

Outro Seht her, das letzte Stück verbrennt im nassen Sand. Alles, was ich bin, steht nicht auf diesem Band. Und dieser Zettel ist so dünn.